{"id":648,"date":"2019-03-24T16:52:40","date_gmt":"2019-03-24T14:52:40","guid":{"rendered":"https:\/\/heimatmuseum-tersteegenhaus.de\/?p=648"},"modified":"2019-03-26T15:46:00","modified_gmt":"2019-03-26T13:46:00","slug":"70-muelheimer-gespannt-auf-historiker-professor-kampmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/heimatmuseum-tersteegenhaus.de\/?p=648","title":{"rendered":"<span style=\"color: #003333;\">70 M\u00fclheimer gespannt auf Historiker Professor Kampmann<span style=\"color: #003333;\">"},"content":{"rendered":"<h2><span style=\"color: #003333;\">19. M\u00e4rz 2019 &#8211; Vortrag zum Tersteegen-Gedenkjahr 2019 liefert spannende Einsichten in die Zeit des Mystikers Gerhard Tersteegen<\/span><\/h2>\n<p><em>von\u00a0 Dr. Thomas Emons \/ Lokalkompass M\u00fclheim an der Ruhr<\/em><\/p>\n<p>&#8222;Wer kann schon im Exil sagen: Ich sehe meine Heimat&#8220;, freut sich der Vorsitzende des F\u00f6rdervereins f\u00fcr das zurzeit noch einger\u00fcstete und auf seine Restaurierung wartende<\/p>\n<div id=\"attachment_659\" style=\"width: 403px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-659\" class=\" wp-image-659\" src=\"https:\/\/heimatmuseum-tersteegenhaus.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Foto-Dr-Emons-zu-Veranstaltung_Blick-in-Publikum-von-rechts-19-03-2019_P1160010-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"393\" height=\"228\" \/><p id=\"caption-attachment-659\" class=\"wp-caption-text\">Den lebendigen und engagierten Vortrag verfolgten viele M\u00fclheimer<\/p><\/div>\n<p>Tersteegenhaus, Markus P\u00fcll. 70 interessierte M\u00fclheimer sind jetzt der Einladung des F\u00f6rderkreises ins benachbarte Petrikirchenhaus gefolgt, um mit dem in M\u00fclheim aufgewachsenen Historiker Christoph Kampmann in die Lebenszeit des vor 250 Jahren in seinem Haus an der Teinerstra\u00dfe gestorbenen Menschenfreundes, Predigers und Poeten zur\u00fcckzuschauen.<\/p>\n<div id=\"attachment_660\" style=\"width: 347px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-660\" class=\" wp-image-660\" src=\"https:\/\/heimatmuseum-tersteegenhaus.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Foto-Dr-Emons-zu-Veranstaltung-19-03-2019_Prof-Kampmann-Rednerpult_P1160010_klein-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"337\" height=\"195\" \/><p id=\"caption-attachment-660\" class=\"wp-caption-text\">Historiker Professor Kampmann: Der geb\u00fcrtige M\u00fclheimer beleuchtete mit interessanten Details die Lebenszeit Tersteegens<\/p><\/div>\n<p>Sie h\u00f6ren einen lebendigen und engagierten Vortrag, der ihnen zeigt wie aktuell Tersteegens auf religi\u00f6se Toleranz und christliche N\u00e4chstenliebe ausgerichtetes Denken auch zweieinhalb Jahrhunderte nach seinem Tod ist. Christoph Kampmann, der mit dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Freundes- und F\u00f6rderkreises Tersteegenhaus, Hansgeorg Schiemer, Geschichte studiert hat und heute als Professor an der Marburger Philipps-Universit\u00e4t lehrt, zeigt: Tersteegens Wirken war im 18. Jahrhundert auch deshalb m\u00f6glich, weil das Herzogtum Berg, zu dem auch die Herrschaft Broich geh\u00f6rte, eine der wenigen multikonfessionellen Territorien im damaligen Heiligen R\u00f6mischen Reich Deutscher Nation war, in dem die Landesherren nicht auch die Konfession ihrer Untertanen bestimmten.<\/p>\n<div id=\"attachment_663\" style=\"width: 430px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-663\" class=\" wp-image-663\" src=\"https:\/\/heimatmuseum-tersteegenhaus.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Foto-Dr-Emons-zu-Veranstaltung-19-03-2019_Blick-ins-Publikum_P1160010_kleiner-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"242\" \/><p id=\"caption-attachment-663\" class=\"wp-caption-text\">Blick ins Publikum: Volles Haus und ein H\u00f6hepunkt der Veranstaltungen zum Tersteegenjahr 2019<\/p><\/div>\n<p>&#8222;Diese keineswegs konfliktfreie Erfahrung religi\u00f6ser Toleranz hat den Menschen an der Ruhr auch sp\u00e4ter w\u00e4hrend der Industrialisierung geholfen, Menschen unterschiedlicher Konfessionen zu integrieren&#8220;, erkl\u00e4rte Kampmann. Er wies darauf hin, dass viele andere Regionen Deutschlands, abseits der Metropolen, diese Erfahrung erst nach dem Zweiten Weltkrieg schrittweise nachholen mussten.<\/p>\n<div id=\"attachment_661\" style=\"width: 185px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-661\" class=\"wp-image-661\" src=\"https:\/\/heimatmuseum-tersteegenhaus.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Foto-Dr-Emons-zu-Veranstaltung-19-03-2019_Redebeitrag-Prof-Kellermann_P1160010_Ausschnitt-166x300.jpg\" alt=\"\" width=\"175\" height=\"309\" \/><p id=\"caption-attachment-661\" class=\"wp-caption-text\">Tersteegen-Biograph Professor Ulrich Kellermann erg\u00e4nzte mit Anekdoten und Hinweisen den Vortrag<\/p><\/div>\n<p>Spannend war es auch von der Denkschrift Tersteegens zu h\u00f6ren, mit der der M\u00fclheimer Mystiker an den atheistischen Preu\u00dfen-K\u00f6nig Friedrich II. appellierte, seine Kriegspolitik aufzugeben und sich zum christlichen Glauben an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele zu bekehren. Dass Tersteegen Friedrichs Einladung zu einem Gespr\u00e4ch ablehnte, erkl\u00e4rte Tersteegen-Biograf Professor Dr. Ulrich Kellermann mit Tersteegens begrenzten Franz\u00f6sisch-Kenntnissen, mit denen er sich einem Dialog mit dem Franz\u00f6sisch sprechenden Preu\u00dfen-K\u00f6nig nicht gewachsen gesehen habe.<\/p>\n<p>Bilder: Dr. Thomas Emons<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h1><span style=\"color: #003333;\">Wer war Gerhard Tersteegen?<\/span><\/h1>\n<p><em>von\u00a0 Dr. Thomas Emons<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><strong>1697<\/strong>\u00a0Er wird 25. November als Sohn einer Kaufmannsfamilie in Moers geboren, wo er die Lateinschule besucht<\/li>\n<li><strong>1713<\/strong> Nach dem Tod seines Vaters muss er die Lateinschule verlassen und bei seinem M\u00fclheimer Schwager in die Kaufmannslehre gehen. Sp\u00e4ter verdient der stets kr\u00e4nkelnde Tersteegen seinen Lebensunterhalt als Band- und Seidenweber<\/li>\n<li><strong>1724<\/strong> Nach einem Erweckungserlebnis verschreibt er sich und sein Leben in Form eines Blutsbriefes Jesus Christus.<\/li>\n<li><strong>1729<\/strong> Mit dem \u201eGeistlichen Blumeng\u00e4rtlein\u201c erscheint Tersteegens Gedicht: \u201eIch bete an die Macht der Liebe\u201c, das neben seinem Gedicht \u201eGott ist gegenw\u00e4rtig\u201c sp\u00e4ter konfessions\u00fcbergreifend Teil des christlichen Kirchenliedgutes wird. In diesem Jahr gibt Tersteegen seinen Handwerksberuf auf und beginnt mit Hilfe seiner F\u00f6rderer sein geistliches Wirken als Dichter, Prediger und Menschenfreund. Er organisiert Armenspeisungen und eignet sich heilpraktische Kenntnisse an, um auch Kranken helfen zu k\u00f6nnen. Sein elterliches Erbe stiftet er\n<div id=\"attachment_356\" style=\"width: 215px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-356\" class=\"size-medium wp-image-356\" src=\"https:\/\/heimatmuseum-tersteegenhaus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Postkarte-Vorderseite_klein-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"205\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/heimatmuseum-tersteegenhaus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Postkarte-Vorderseite_klein-205x300.jpg 205w, https:\/\/heimatmuseum-tersteegenhaus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Postkarte-Vorderseite_klein-102x150.jpg 102w, https:\/\/heimatmuseum-tersteegenhaus.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Postkarte-Vorderseite_klein.jpg 213w\" sizes=\"(max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><p id=\"caption-attachment-356\" class=\"wp-caption-text\">Postkarten-Motiv Ruhrperle Tersteegenhaus<\/p><\/div>\n<p>den Armen.<\/li>\n<li><strong>1746<\/strong>\u00a0Er bezieht das Haus an der Teinerstra\u00dfe, das wir seit 1950 als M\u00fclheimer Heimatmuseum kennen.<\/li>\n<li><strong>1769<\/strong> Am 3. April stirbt Gerhard Tersteegen und wird am 6. April auf dem Kirchhof der Petrikirche beigesetzt.<\/li>\n<li><strong>1775<\/strong> Gegen Tersteegens Willen ver\u00f6ffentlichen seine Anh\u00e4nger eine erste Biografie<\/li>\n<li><strong>1838<\/strong> Tersteegens Anh\u00e4nger stiften einen Gedenkstein, der an der Petrikirche aufgestellt wird<\/li>\n<li><strong>1903<\/strong> Im Witthausbusch, in dem Tersteegen oft Ruhe suchte und fand, setzen seine Anh\u00e4nger ihm einen weiteren Gedenkstein mit seiner weltber\u00fchmten Gedichtzeile: \u201eIch bete an die Macht der Liebe.\u201c<\/li>\n<li><strong>2011<\/strong>\u00a0Gr\u00fcndung des Vereins der Freunde und F\u00f6rderer des Heimatmuseums Tersteegenhaus<\/li>\n<li><strong>2017<\/strong> Das bauf\u00e4llige Tersteegenhaus muss einger\u00fcstet und restauriert werden<\/li>\n<li><strong>2019<\/strong> Am Tersteegens 250. Todestag wird der restaurierte Tersteegen-Gedenkstein aus dem Jahr 1838 auf dem Pastor-Barnstein-Platz aufgestellt. Der M\u00fclheimer Theologe Ulrich Kellermann ver\u00f6ffentlicht eine neue Tersteegen-Biografie.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19. 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