Historie

Der „Freundes- und Förderkreis Heimatmuseum Tersteegenhaus Mülheim an der Ruhr e.V.“ …

… wurde mit dem Ziel, dieses stadtgeschichtliche Museum als wertvollen Kulturort zu erhalten, im Mai 2011 gegründet. Im Zuge dessen sollen attraktive Angebote Bürger von nah und fern für dieses historische Wohnhaus mitten in der Mülheimer Altstadt (Teinerstraße 1) interessieren und zu einem Besuch anregen. Diese einzigartige Atmosphäre – verbunden mit einer Ausstellung zur Stadtgeschichte – will der Verein – mit seinen Mitteln und Spenden bewahren.

Das Tersteegenhaus und seine Geschichte

Das bergische Fachwerkhaus ist eine Erinnerungsstätte für die bedeutenden Mülheimer des 18. und 19. Jahrhunderts. Unter seinem Dach befindet sich eine kulturgeschichtlich interessante Sammlung von Bildern, Möbeln, Hausrat sowie zahlreichen anderen Exponaten. Diese erinnern besonders an:

  • den pietistischen Prediger und Kirchenlieder-Dichter Gerhard Tersteegen (1697- 1769), welcher hier gelebt und gewirkt hat;
  • den in der Nähe geborenen Arzt und Schriftsteller Dr. C. A. Kortum (1745- 1824). Sein satyrischer Roman über „Jobs, den Kandidaten“ hat sogar Wilhelm Busch zu Illustrationen inspiriert;
  • nicht zuletzt wird der Unternehmerpersönlichkeit Mathias Stinnes (1790- 1845) gedacht. Auch ihm sind zahlreiche Exponate gewidmet. Bekanntlich hatte er seiner Zeit mit seinen Brüdern eine große Flotte von Flussschiffen aufgebaut und von Mülheim aus die Ruhr- und letztendlich die Rheinschifffahrt mit seinem Kohlenhandel dominiert. Dadurch legte er den Grundstein für ein Welt- Handelsunternehmen.

Eine kurze Chronik der Ereignisse und Entwicklungen rund um das Haus:

  • 1950: Infolge der Kriegszerstörungen musste das Tersteegenhaus rekonstruiert werden. In diesem Jahr wurde es als Museum eingerichtet.
  • 1956: Im Jubiläumsjahr des Geschichtssvereins Mülheim an der Ruhr anlässlich eines umfangreichen Jahresprogramms mehrmaliger Besuch des Tersteegenhauses.
  • 1969: Zum 200. Todestag Gerhard Tersteegens fand eine Feierstunde vor dem Tersteegenhaus mit Tausenden von Besuchern in der Altstadt statt. Zudem gab es zahlreiche sonntägliche Führungen durch das Haus.
  • 1970: Ausstellungen zu Ehren des Jobsiadendichters Carl Arnold Kortum sowie  des Malers Otto Marotz.
  • 1984/85: Im Winter entdeckte man bei Bauarbeiten neben dem Tersteegenhaus einen Brunnen aus früher Zeit.
  • 1995: Knapp vor dem 300. Geburtstag des Heimatdichters Gerhard Tersteegen steht das Heimatmuseum vor dem Aus. Die Stelle der in Pension gegangenen „Museumsfrau“ Waltraud Herbold wurde wegen der finanziellen Lage der Stadt nicht wiederbesetzt. Seit dem 1. September des Jahres organisierte der Geschichtsverein darauf hin neben den üblichen Führungen auch einen Aufsichtsdienst für das Tersteegenhaus.
  • 1998: Während des Martinsmarktes zählte man an fünf Tagen rund 2.500 Besucher – in der Spitze waren es an einem Tag sogar 1.237 Personen, ein bisher unerreichter Rekordwert.
  • 2002: Im Februar des Jahres brachte Pfarrer i.R. Harald Schneyder einen der drei Blutbriefe – die Bestätigung von 1738 – nach Mülheim zurück. Schneyder ist ein Nachfahre der Familie Mellinghoff.
  • In den zurückliegend Jahren konnte das Tersteegenhaus mit weiteren Sammlungen und Exponaten verstärkt werden, so unter anderem mit einer vom Geschichtsverein geschenkten Fossiliensammlung (von Studiendir. Herbert Klaumann † , Erdgeschoß). Auch das sogenannte „Himmelbettzimmer“  Wortelkamp) erhielt eine Neuausstattung (samt Beschriftungen und Erläuterungen).
  • 2010/11: Aufgrund eines Haushaltskonsolidierungsvorschlages der Stadtspitze zur Schließung des Heimatmuseums Tersteegenhaus setzte eine öffentliche Diskussion ein – Mai 2011: Diese wird mit der Gründung eines Freundes- und Förderkreises Heimatmuseum beantwortet, eine Schließung somit abgewendet.